Hunde aus dem Süden
Als ich vor annähernd neun Jahren meine Prinzessin aus Spanien mitbrachte, erntete ich auf meine Erklärung hin, dies sei ein Podenco-Pointer-Mix nur fragende Blicke. Ein Pointer war den meisten noch ein Begriff. Aber ein Podenco? „Was soll das denn sein?“
Heute bekomme ich dagegen zu hören: „Stimmt’s, Ihr Hund ist aus Spanien!?“
Bei Spaziergängen in Wald und Flur, in Tierarztpraxen und im Park trifft man inzwischen vermehrt Hunde aus dem Süden. Sie kommen aus Griechenland, Italien oder Spanien, kurz aus dem gesamten Mittelmeerraum. Es gibt sie in allen Größen, oft sind es Mischlinge. Bei den Fellfarben überwiegen Weiß, Beige und ein warmes Fuchsrot. Mediterrane Hunde sind in ihrer Erscheinung eher grazil. Ihr mitunter windhundähnliches Äußeres zeigt, dass viele von ihnen auf die urtümlichen Rassen zurückgehen, die in diesen Ländern noch vereinzelt gezüchtet werden.
Das Aussehen spielt allerdings eher eine nebensächliche Rolle bei den Beweggründen, sich eines solchen Hundes anzunehmen.
Wir machen Urlaub unter südlicher Sonne und sehen halbverhungerte Straßenhunde, die im Müll wühlen oder Kettenhunde, die ohne Wasser und ein bisschen Schatten gnadenlos der Hitze ausgesetzt sind. Entsetzen erfasst uns, über die Grausamkeit der Menschen dort. Und wenn wir können, dann retten wir einen Hund, nehmen ihn mit zu uns nach Hause.
Schon vor Jahren begannen Tierschützer, sich für die Hunde im Süden einzusetzen. Inzwischen hat sich einiges gebessert und manches verändert. Wer heute einen Hund „retten“ will, braucht sich gar nicht mehr außer Landes bewegen. Es reicht quasi ein Klick im Internet und der mediterrane Tierheiminsasse kommt per Flugpate hierher. So finden viele dieser charmanten Hunde ein neues Zuhause – aber die Probleme mit ihnen werden deswegen nicht weniger. Ganz im Gegenteil …

